AUS DEM 70. PLENUM – Sachsenburg-Gedenken

… Gedenken ja, aber bitte alle Facetten der Geschichte betrachten!

Zum Antrag der Fraktion Die Linke, „Gedenkort KZ Sachsenburg erhalten und ausbauen – Erinnerung an die Naziverbrechen in einem der ersten sogenannten Schutzhaftlager in Sachsen wachhalten“ erklärt Uwe Wurlitzer, MdL der Blauen Partei:

„Gedenkstätten errichten wir, um Vergangenes zu bewahren. Vergangenes zu bewahren eröffnet die Möglichkeiten, aus der Vergangenheit zu lernen, um fatale Entwicklungen nicht noch einmal geschehen zu lassen. Bezogen auf den Antrag heißt das, dass sich derartiges wie in Sachsenburg, Sachsenhausen, Buchenwald, Treblinka oder Auschwitz nie wiederholen darf.

Die Abgeordneten der Blauen Partei lehnen die andernorts geforderte erinnerungspolitische Kehrtwende vehement ab. Dennoch sind wir keine Verfechter der immer wieder von den Linken geforderten Erinnerung an nur einen Teil der deutschen Geschichte. Wichtig ist es, alle Facetten der Vergangenheit im Auge zu behalten und Lehren aus allen Fehlern unserer Geschichte zu ziehen. Eine Erinnerung ist nur dann sinnvoll, wenn sie glaubwürdig begangen wird. Demzufolge muss auch auf die Opfer der SED-Diktatur und des Stalinismus hingewiesen werden. Die Linke blendet die Verbrechen ihrer eigenen Geschichte allerdings beflissentlich aus. Ihre Mahnungen verlieren damit erheblich an Gewicht.

Aus den Augen verlieren sollte man zudem nicht, dass Gelder für den Aufbau von Gedenkstätten zuweilen in der Sanierung und Ausstattung von Schulen und Kindergärten besser aufgehoben wären. Denn wo ließe sich eine Erinnerungskultur besser pflegen als in den Bildungseinrichtungen dieser Republik?“

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Antrag der Fraktion DIE LINKE