78. Sitzung des Sächsischen Landtags – TOP 1 / Aktuelle Stunde – Auf den Anfang kommt es an – Schritt für Schritt zu mehr Qualität in unseren Kitas

Landtag Sachsen

Das gesamte Plenarprotokoll finden Sie hier.

Redebeitrag zur Aktuellen Debatte zum Antrag der Fraktionen CDU und SPD „Auf den Anfang kommt es an – Schritt für Schritt zu mehr Qualität in unseren Kitas“

Uwe Wurlitzer, fraktionslos:

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Kollegen von der Koalition

Ihre Selbstbeweihräucherung hilft uns nicht wirklich weiter. In unseren Kitas in Sachsen wird landauf, landab gute Arbeit geleistet, aber nicht wegen Ihrer Politik, sondern trotz Ihrer Politik.

Wenn ich mich in den Kitas umhöre, egal, ob es kommunale Kitas sind oder Kitas freier Träger, wird immer eines gesagt: Der Schuh drückt vor allem beim Personal. Das ist heute auch schon sehr oft gesagt worden. Verteilungsschlüssel hin, Verteilungsschlüssel her, eines ist ganz wichtig: Wir müssen unsere Erzieherinnen und Erzieher vor allem von den teilweise umfangreichen Berichtspflichten befreien, damit sie die Zeit, die sie zur Verfügung haben – es wurde heute mehrfach angesprochen, dass diese eben relativ gering ist –, dafür verwenden können, sich um die Kinder zu kümmern.

Aber lassen Sie mich noch eines ansprechen, was noch gar nicht angesprochen worden ist. Es geht um das Defacto-Arbeitsverbot von Schwangeren in Kindertageseinrichtungen. Eine Frau, die schwanger ist, ist nicht per se krank, wie viele annehmen, das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir hier im Hohen Hause immer von Selbstbestimmung sprechen, dann lassen Sie die schwangeren Frauen doch selbst bestimmen, ob sie arbeiten wollen oder nicht.

Ich glaube, die Frauen können das sehr gut selbst einschätzen. Es ist auch so, dass es eine ganze Menge junger Frauen gibt, die viel lieber ihren Beruf ausüben würden, als zu Hause sitzen zu müssen.

Es gibt jede Menge kleine Kitas und auch kleine Gemeinden, wo das ein riesiges Problem ist. Diese könnten wir entlasten.