Sachsensofa, Küchentisch, Sachsengespräch: Wie viele Gesprächsrunden noch, bis Politiker verstehen?

Uwe Wurlitzer Landtag Sachsen

In Sachsen soll es ein weiteres Gesprächsformat geben. Beim „Sachsensofa“ sollen „Fragen des gesellschaftlichen Miteinanders, um gemeinsame Werte, Heimat und den demografischen Wandel gehen“. Das Format startet am 17. Januar in Seifhennersdorf mit Ex-Ministerpräsident Georg Milbradt und dem ehemaligen Innenminister Heinz Eggert.

Uwe Wurlitzer, Mitglied des Landtages und der Blauen Gruppe, Mitglied im Innenausschuss, kritisiert:

„Langsam reicht es mit der Inflation der Gesprächsrunden. Es ist gut, richtig und wichtig, den Leuten ‚da draußen‘ zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Es gehört aber auch dazu, nach den Geschichten der Menschen vom Küchen- an den Bürotisch und vom Sachsensofa auf den Arbeitsstuhl zu wechseln, um endlich das anzupacken, was die Bürger Sachsens beschäftigt. Nur bedächtig mit dem Kopf zu nicken oder ab und an Worte des Verständnisses zu murmeln ist zu wenig. Konkrete Ergebnisse, wirkliche Einsichten oder Eingeständnisse, etwas falsch gemacht zu haben und das in Zukunft tatsächlich anders zu machen, sind bei den Gesprächsrunden bisher jedenfalls nicht Resultate gewesen. Im Gegenteil: Beim ‚Sachsensofa‘ sollen die Menschen erneut das Gefühl bekommen, es kümmere sich jemand um sie. Obwohl sie nach dem Schlussgong wieder vergessen werden.

Wenn Landespolitiker zwar aufnehmen, was die Leute sagen, aber offensichtlich nicht verstehen – sonst gäbe es wohl kaum noch immer gehörigen Schieflagen in unserem Land -, sollten sie eventuell einen Arzt aufsuchen, der nachschaut, ob die Mischung von Wahrnehmung und Verarbeitung noch stimmt.“

Leipzig, 07.01.2019

PDF zum Download