Strukturwandel Lausitz: Angebliche Jobwunder werden erst nächster Generation helfen

Uwe Wurlitzer Landtag Sachsen

Um das Ende der Kohleförderung in den betroffenen Regionen der Lausitz wirtschaftlich auszugleichen, planen Ministerien in Bund und Ländern unter anderem die Ansiedlung von Ministerien. Handwerker, Bergmänner und Techniker der Energieunternehmen sollen dann auf Verwaltungspositionen rücken.

Uwe Wurlitzer, MdL der Blauen Partei #TeamPetry, kritisiert:

„Das vollmundig versprochene Jobwunder für die Lausitz, auch Strukturwandel genannt, hat zwei große Fallstricke. Einerseits sollen Bergmänner künftig ernsthaft zu Büroarbeitern werden. Sie sind aber genau deswegen in einen anpackenden Beruf gegangen, weil ihnen eben nicht daran gelegen ist der Uhr beim Ticken zuzusehen. Sie sind Macher, wollen körperlich anspruchsvoll arbeiten, sind gerne ‚draußen‘ – wer auch immer auf die Idee gekommen ist, ihnen diese Basis mit einer Umschulung zum Sachbearbeiter in absehbarer Zeit zu nehmen, hat vom gesunden Menschenverstand offenbar wenig gehört.

Andererseits dürfte, bis sich die Lausitz vom Abschied der Braunkohleförderung wirklich erholt hat, Jahrzehnte vergehen. Es ist davon auszugehen, dass sich die strukturellen Änderungen erst in der nächsten Generation auswirken. Und das auch nur, wenn alles so läuft, wie geplant. Die Menschen, die aber jetzt bei einem Kohleunternehmen unter Vertrag stehen, werden ob des zeitaufwändigen Wechsels hin zu einer ‚Lausitzer Dienstleistungsgesellschaft‘ absolut nichts haben.

Uns Blauen bleibt unverständlich, warum die politischen Verantwortlichen in Bund und Ländern Angst davor haben, diese Wahrheiten auszusprechen.“

Dresden, 24.01.2019

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